Digital erweiterte Projektlehre (ModeLL-M)

ModeLL-M ist eines von 139 Projekten, die bundesweit von der Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ im Rahmen der Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ (2020) gefördert werden. Während der Projektlaufzeit (August 2021 - Juli 2024) sollen Modelle entwickelt werden, die aufzeigen, wie zentrale Faktoren für studierendenzentriertes Lehren und Lernen durch die Verschmelzung von digitalen Elementen und Präsenzformaten gestärkt werden können; darunter sind:

  • Gelingende Aktivierung in unterschiedlichen Lernumwelten, insbesondere bei zeit- und ortsunabhängigem Lernen.
  • Szenarien, Formate und Lernumwelten, die es Studierenden ermöglichen, Selbststeuerung einzuüben und Selbstwirksamkeit zu erleben.
  • Gestaltung von Lehr-Lernszenarien, die Studierende zur Kollaboration anregen und das konstruktive Zusammenwirken mit Kommiliton*innen, auch mit digitalen Werkzeugen, aktiv unterstützen.

Das Historische Seminar widmet sich in diesem Zusammenhang dem Modellbereich Digital erweiterte Projektlehre (https://modell-m.uni-mainz.de/modellbereiche/digital-erweiterte-projektlehre/). Unter dem Begriff Projektlehre wird eine wissenschaftsbasierte und handlungsorientierte Form der Lehre verstanden, bei der sich Studierende selbständig und in Gruppen mit fachwissenschaftlichen Problemen und Fragestellung auseinandersetzen. Die/der Lehrende begleitet das Projekt und leitet die Studierenden an. Das Lehrkonzept steht für einen Paradigmenwechsel vom Lehren zum Lernen (from teaching to learning). Es reagiert damit auf die Vorgaben der Bologna-Reform nach mehr Praxisbezug im Studium und zielt auf eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit (Employability) der Studierenden ab.

Digital erweiterte Projektlehre ist eine Lehrform, die auf die Erarbeitung unkonventioneller Produkte, sprich: digitaler Formen der Präsentation von und der Auseinandersetzung mit Geschichte hinführt. Ziel ist die Vertiefung fachspezifischer Problemlösefähigkeiten.

Die Community of Practice „Digital erweiterte Projektlehre“ im Fach Geschichte wird getragen von einer Gruppe erfahrener Lehrender, die im Bereich der Projektlehre bereits mit großem Engagement Neues erprobt und sich nun die Professionalisierung in diesem hochschuldidaktischen Segment zum Anliegen gemacht hat. Sie wird um Studierende erweitert. Die Teilprojekte sind von der Planungs- bis zur Auswertungsphase strukturiert verbunden, wobei die CoP besonderes Augenmerk auf steten Erfahrungsaustausch und gemeinsame Problemlösungen, Einbindung externer Expertise sowie das Management von Projektlehre legt. Ziel ist die weitere Professionalisierung der CoP als Teil eines Scholarship of Teaching and Learning in der Projektlehre sowie die curriculare Verankerung von Projektlehre.

Projekte: Erfahrungen und Perspektiven

Startkapital Erfahrung: Das Historische Seminar hat in der Vergangenheit verschiedene, oft analoge Lehrprojekte durchgeführt, die auf Produkte wie eine Ausstellung oder Führungen zielten. Projekte sind produktorientiert, riskant und ergebnisoffen.

Digitale Erweiterung: Die Pandemie hat es notwendig gemacht, solche Projekte digital umzusetzen. Damit wurde ein Trend verstärkt, den es zuvor bereits gab. Geschichtsforschung und Geschichtsvermittlung finden zunehmend digital erweitert oder rein digital statt. Auch Studierende arbeiten digital vernetzt, und für komplexe Fragen werden Expert:innen extern zugeschaltet.

Verankerung: Diese Erfahrungen wollen wir in die postpandemische Lehre transferieren, produktiv weiterentwickeln und im Lehr-Curriculum verankern.

Produkte: Erfahrungen und Perspektiven

Startkapital Erfahrung: Mit digitalen Produkten hatten wir bereits vor der Pandemie erste Erfahrungen gesammelt – etwa mit der Anreicherung von Ausstellungen durch QR-Codes, die zu weiteren, webbasierten Informationen führten. In der Pandemie kamen Ideen wie die Anfertigung von Podcasts und Webclips hinzu, die erfolgreich realisiert wurden, etwa in Form einer Podcastreihe zu Pandemien und Epidemien in der Weltgeschichte.

Digitale Erweiterung: Diese „Produktpalette“ an digitalen Produkten wollen wir nun erweitern – und für die anschließende breite Nutzung als „Werkzeugkasten“ operationalisieren. Im ersten Schritt geht es um:

  • studentisch erarbeitete Podcasts: als Experteninterviews, als biographische Forschung, die in eine virtuelle Ausstellung eingepflegt werden kann, oder als geskriptete Denkbewegungen durch komplexe fachspezifische Sachverhalte;
  • digitale Karten zur Visualisierung epochenspezifischer Raumwahrnehmungen und Mobilitätsmuster;
  • virtuelle Ausstellungen mit einem quellenkritischen Fokus auf den digitalisierten Ausgangsmaterialien.

Digitalität als Booster: Projektförmige Lehre mit digitalen Anteilen ist für Studierende nicht nur ungeheuer motivierend. Vor allem birgt sie viele fachspezifische Aktivierungspotentiale. Auf diese Weise erschließt digital erweiterte Projektlehre neue Tiefen fachspezifischen Denkens und fördert die Lust am Geschichtsstudium sowie die Employability.

Leitung

Prof. Dr. Jan Kusber
Arbeitsbereich Osteuropäische Geschichte
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Prof. Dr. Meike Hensel-Grobe
Arbeitsbereich Geschichtsdidaktik
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Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen

apl. Prof. Dr. Bettina Braun
Arbeitsbereich Neuere Geschichte
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Dr. Andreas Frings
Historisches Seminar
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Dr. Andreas Linsenmann
Arbeitsbereich Zeitgeschichte
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Hilfskräfte

Laura Burzacchini
Lena Marie Sattelberger