Seminar Alte Geschichte (dreistündig): Julian Apostata (Kurs B)

Dozent:innen: David Eibeck
Kurzname: 07.068.14_110
Kurs-Nr.: 07.068.14_110
Kurstyp: Seminar

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die (ggf. parallele) aktive Teilnahme am Seminar Neueste Geschichte wird vorausgesetzt.

Anwesenheitspflicht

In dieser Lehrveranstaltung besteht nach Prüfungsordnung eine Anwesenheitspflicht. Die Anwesenheit an einer Lehrveranstaltung ist noch zu bestätigen, wenn die oder der Studierende bis zu zwei Einzelveranstaltungen, höchstens aber vier Veranstaltungsstunden im Semester, versäumt hat. In begründeten Einzelfällen können Ausnahmen zugelassen werden.

Empfohlene Literatur

Literatur:
 
Ausgewählte Einführungen ins Seminarthema (Hinweise auf Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten sowie weiterführende wissenschaftliche Literatur erhalten Sie im Seminar):
 
Feger, Franziska: Julian Apostata im 19. Jahrhundert. Literarische Transformationen der Spätantike. Heidelberg 2019. Giebel, Marion: Kaiser Julian Apostata. Die Wiederkehr der alten Götter. Düsseldorf/Zürich 2002. Klein, Richard (Hrsg.): Julian Apostata (Wege der Forschung 509). Darmstadt 1978. Schall, Ute: Julian Apostata. Göttersohn und Christenfeind (Reihe Sozialwissenschaften und Kultur). Ulm 2000. Schäfer, Christian (Hrsg.): Kaiser Julian „Apostata” und die philosophische Reaktion gegen das Christentum, Tagungsakten München 12.–13. Oktober 2006 (Millennium-Studien zur Kultur und Geschichte des Ersten Jahrtausends n. Chr. 21). Berlin/New York 2008. Smith, Rowland: Julian’s Gods. Religion and Philosophy in the Thought and Action of Julian the Apostate. London 1995. Swist, Jeremy: Julian Augustus: Platonism, Myth, and the Refounding of Rome. New York 2025. Teitler, H.-C.: The Last Pagan Emperor. New York 2017. Weigt, Detlef (Hrsg./Übers.): Stieropfer gegen das Christentum: ausgewählte philosophische Werke des Julian Apostata. Leipzig 2006. Wiemer, Hans-Ulrich/Rebenich, Stefan (Hrsg.): A Companion to Julian the Apostate (Brill’s Companions to the Byzantine World 5). Leiden/Boston 2020.

Inhalt

Thema:
 
Obwohl Kaiser Flavius Claudius Iulianus, genannt ‚der Apostat‘ oder ‚der Abtrünnige‘, lediglich drei Jahre lang regierte (361–363 n. Chr.), handelt es sich hierbei um eine der Figuren der Spätantike, die sowohl die unmittelbare Nachwelt als auch die moderne Forschung seit jeher am meisten fasziniert haben. Dabei ist es in allererster Linie seine Abkehr vom Christentum den wichtigsten und zugleich letzten ‚rückwärtsgewandten‘ Schritt in der Christianisierung des Römischen Reiches dar, der sich – rückblickend betrachtet – zwischen der sog. Konstantinischen Wende des Jahres 313 n. Chr. und der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch Theodosius I. im Jahr 380 n. Chr. einfügen lässt. Diese dem Christentum gegenüber ablehnende oder gar feindliche Haltung wurde von seinen Zeitgenossen und den Autoren der darauffolgenden Jahrhunderte in wenigen Fällen positiv gesehen, in den meisten jedoch scharf verurteilt. So lässt sich einerseits ein Bild eines platonischen Philosophen, der die voranschreitende Vereinheitlichung von Glauben und Philosophie aufhalten wollte, zeichnen, andererseits jedoch auch das eines ketzerischen, rückgewandten und reaktionären Christenverfolgers. Diese im Laufe der jahrhundertelangen Überlieferung rasch schablonenartig gewordenen Bilder – insbesondere das Letztere – prägen heute die Geschichtswissenschaft, weswegen die Beschäftigung mit Julian Apostata auch in Hinblick auf die Aufarbeitung von Forschungsdiskursen und dem Hinterfragen moderner Projektionen für ein Proseminar methodisch geeignet ist.
Aufgrund des starken Fokus‘ der Forschung auf Julians Religionspolitik geraten wirtschaftliche und insbesondere militärische Aspekte seiner kurzen Herrschaftszeit oftmals in den Hintergrund. Dabei sind auch seine Erfolge in Gallien (noch bevor er Kaiser wurde) sowie insbesondere sein Persienfeldzug ebenfalls untersuchungswerte Ereignisse jenseits der reinen Innenpolitik.
Neben Julians Alleinstellung als letzter heidnischer römischer Kaiser ist auch die Quellendichte und -vielfalt zu seiner Person ein besonderes Merkmal. Neben rechtshistorischen, historiographischen, archäologischen, numismatischen und epigraphischen Quellen sind glücklicherweise auch zahlreiche seiner Briefe und Reden erhalten, wodurch Julian eine derjenigen Personen aus der Antike darstellt, von welchen mitunter am meisten Selbstzeugnisse überliefert sind. Auch dieser Aspekt bietet einmalige Perspektiven und Chancen der Annäherung an diese historische Figur.
In diesem Seminar wollen wir uns somit dieser prominenten und kontroversen Figur der Spätantike widmen, indem wir die Vielfalt der vorhandenen Quellen heranziehen, um die von der Forschung skizzierten Bilder zu hinterfragen und zugleich den oftmals vernachlässigten Aspekten von Julians Herrschaft nachzugehen.
 
 
 
Ziele und Anforderungen:
 
Generelles Ziel des Seminars ist es, in die Quellen und spezifischen Arbeitsmethoden der Alten Geschichte einzuführen, so dass der propädeutische Teil breiten Raum in der Veranstaltung einnimmt. Zu den Anforderungen gehören die – ja nach Möglichkeit und Situation – aktive Teilnahme an den Sitzungen des Seminars sowie am begleitenden Tutorium, die Erledigung diverser Aufgaben (insbesondere Lektüre und bibliographische Übung), das Halten eines wissenschaftlichen Fachvortrages und die Anfertigung einer wissenschaftlichen Hausarbeit.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
22.10.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
28.10.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
29.10.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
04.11.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
05.11.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
11.11.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
12.11.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
18.11.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
19.11.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
25.11.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
26.11.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
02.12.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
03.12.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
9125 - Bausparkasse Mainz
09.12.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
10.12.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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16.12.2026 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
17.12.2026 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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06.01.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
07.01.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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13.01.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
14.01.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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20.01.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
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21.01.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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27.01.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
1342 - Naturwissenschaftliches Hörsaalgebäude
28.01.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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03.02.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
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04.02.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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10.02.2027 (Mittwoch) 16:15 - 17:45 00 521 N 1
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11.02.2027 (Donnerstag) 16:15 - 17:45 00 025 SR 03
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