Hauptseminar Neuzeit: Spielfilm in der Bundesrepublik der 1950er Jahre
Dozent:innen: Prof. Dr. Johannes HürterKurzname: HS Aufbaumodul
Kurs-Nr.: 07.068.270c
Kurstyp: Hauptseminar
Voraussetzungen / Organisatorisches
Termine (siehe unten): 4-stündige Doppelsitzungen (Präsenz) am 24.4., 8.5., 22.5., 12.6., 26.6., 3.7.Jede/r Seminarteilnehmende gestaltet in Abstimmung mit dem Dozenten eine Sitzungseinheit (Impulsreferat, Diskussionsleitung, Quellen- und Gruppenarbeit).
Vorausgesetzt werden eine aktive Teilnahme und die Anwesenheit in den Seminarsitzungen.
B.A. Geschichte: Dieses Hauptseminar ist Teil des Aufbaumoduls Neuzeit. Dieses Aufbaumodul setzt den erfolgreichen Besuch des Basismoduls Neueste Geschichte voraus. Das Hauptseminar wird mit einer benoteten Hausarbeit (15 Seiten) abgeschlossen; die Note der Hausarbeit bildet die Modulnote.
M.A. Geschichte, M.Ed. Geschichte: Das Hauptseminar wird mit einer benoteten Hausarbeit (15 Seiten) abgeschlossen; die Note der Hausarbeit bildet die Modulnote.
Empfohlene Literatur
Grundkenntnisse über die Geschichte der frühen Bundesrepublik werden vorausgesetzt.Empfehlenswerter innovativer Überblick aus jüngster Zeit: Claudia C. Gatzka/Sonja Levsen (Hrsg.), Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik, Berlin 2025.
Methodische Einführung: Margit Szöllösi-Janze, "Ein Film ist schwer zu erklären, weil er leicht zu verstehen ist". Spielfilme als zeithirtorische Quelle, in: Johannes Hürter/Tobias Hof (Hrsg.), Verfilmte Trümmerlandschaften. Nachkriegserzählungen im internationalen Kino 1945-1949, Boston 2019, S. 14-30.
Einführung zum Spielfilm der frühen Bundesrepublik: Fritz Göttler, Westdeutscher Nachkriegsfilm, in: Wolfgang Jacobsen/Anton Kaes/Hans Helmut Prinzler (Hrsg.), Geschichte des deutschen Films, 2. Aufl. Stuttgart/Weimar 2004, S. 167-206.
Inhalt
Wie bereits in der Weimarer Republik und in der NS-Diktatur war der Spielfilm auch in der frühen Bundesrepublik weiterhin das populärste Massenmedium, das in den Kinos und dann auch im Fernsehen ein Millionenpublikum erreichte. Filme vermitteln Weltbilder und Gefühle, spiegeln sie aber zugleich auch, so dass sie als Seismografen der Politik, Kultur und Gesellschaft ihrer Zeit gesehen werden können. Das macht ihren zeithistorischen Quellenwert aus, der in der Geschichtswissenschaft erst in den letzten Jahren häufiger erkannt und genutzt wird.Das Seminar wertet Spielfilme als Quellen für die Geschichte der frühen Bundesrepublik aus. Zu Beginn wird ein Rückblick auf das Kino und die "Trümmerfilme" der unmittelbaren NachkriegszeitIm sowie auf den Wiederaufbau der westdeutschen Filmwirtschaft gegeben. Im Mittelpunkt des Seminars stehen exemplarische Analysen einzelner Spielfilme, die Einsichten in die westdeutsche Kultur und Gesellschaft in den 1950er Jahren bieten. Zentrale Aspekte dabei sind die Thematisierung und Darstellung von NS-Vergangenheit, Krieg und Holocaust, von "Heimat" und Identität, von Großstadt und Ländlichkeit, von den Verhältnissen und Rollenbildern der Geschlechter, von Generationskonflikten, von Konsum und "Wirtschaftswunder". Dabei wird auch nach personellen und inhaltlichen Kontinuitäten zur NS-Zeit gefragt und fallweise ein vergleichender Blick auf ausländische Filme geworfen. Außerdem werden methodische Fragen und Probleme des Umgangs mit audiovisuellen Medien behandelt.