Übung Mittelalterliche Geschichte: Zu ewigem Gedächtnis. Schriftgebrauch und Überlieferungsbildung in Städten des Spätmittelalters

Dozent:innen: Univ.-Prof. Dr. Steffen Krieb
Kurzname: Ü.Mittelalter.Gesch.
Kurs-Nr.: 07.068.150
Kurstyp: Übung

Voraussetzungen / Organisatorisches

B.A. Geschichte: Diese Übung ist Bestandteil des Moduls 3 (Mittelalterliche Geschichte). Die Übung ist unbenotet; vorausgesetzt wird eine aktive Teilnahme an der Übung. B.A. Kernfach Geschichte, M.A. Geschichte, M.Ed. Geschichte/ Aufbaumodul Mittelalter: Die Übung ist unbenotet; vorausgesetzt wird eine aktive Teilnahme an der Übung.

Empfohlene Literatur

Clanchy, Michael T., From Memory to Written Record. England 1066-1307, 2. Aufl. Oxford 1993.- Isenmann, Eberhard, Die deutsche Stadt im Mittelalter 1150-1550. Stadtgestalt, Recht, Verfassung, Stadtregiment, Kirche, Gesellschaft, Wirtschaft, 2. Aufl., Köln 2014. - Kluge, Mathias Franc, Die Macht des Gedächtnisses. Entstehung und Wandel kommunaler Schriftkultur im spätmittelalterlichen Augsburg, Leiden [u.a.] 2014 (Studies in medieval and reformation traditions, 181).

Inhalt

Das Leben in Städten des Spätmittelalters, die als baulich, sozial und kulturell verdichtete Räume gelten, zeichnete sich durch verstärkte und vielfältigere Interaktionen ihrer Bewohner aus. Um die zunehmende Komplexität des Zusammenlebens zu bewältigen, setzten städtische Obrigkeiten verstärkt hergebrachte Formen von Schriftlichkeit ein und entwickelten neue Typen von Schriftgut. Am Beginn dieser Entwicklung stand die Anlage von sog. Rats- oder Stadtbüchern, bei denen es sich zunächst um Codices mit gemischtem Inhalt handelte. Stadtschreiber trugen Dokumente ein, die für die Nachwelt festgehalten wurden, wie Rechtssatzungen, Abschriften wichtiger Urkunden, Aufzeichnungen über Neubürger, Verweise von Straftätern und vor dem Rat verhandelte Rechtsgeschäfte. Mit wachsender Einwohnerzahl, zunehmender sozialer Komplexität und dem Ausbau der städtischen Verwaltung differenzierte sich das Schriftguts in spezialisierte Verzeichnisse aus. Großstädte wie Köln, Nürnberg, Augsburg, Ulm oder Lübeck richteten Archive zur dauerhaften Bewahrung von Dokumenten ein und gingen für laufende Angelegenheiten zur Führung von Akten über. Die Vielfalt des städtischen Schriftguts spiegelt ein lebendiges Bild des Lebens der Einwohner mit seinen Konflikten, wirtschaftlichen Erfolgen und Nöten wider und bietet Einblicke in die Entwicklung der städtischen Verwaltung.
In der Veranstaltung werden Entstehung, Aufbewahrung und Gebrauch verschiedener Typen kommunalen Schriftguts behandelt. Dazu werden Methoden der Historischen Grundwissenschaften eingesetzt, insbesondere Paläographie, Kodikologie und Sphragistik. Die Dokumente werden auch inhaltlich ausgewertet, was die Bereitschaft zur Erschließung von Texten in lateinischer, mittel- und frühneuhochdeutscher Sprache voraussetzt.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
28.10.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
18.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
25.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
02.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
09.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
16.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
27.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
03.02.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude
10.02.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 01 423 P103
1141 - Philosophisches Seminargebäude