Seminar Alte Geschichte (3stündig): Christenverfolgungen im Römischen Reich

Dozent:innen: Konstanze Schiemann
Kurzname: 07.068.14_110
Kurs-Nr.: 07.068.14_110
Kurstyp: Seminar

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die (ggf. parallele) aktive Teilnahme am Seminar Neueste Geschichte wird vorausgesetzt.

Anwesenheitspflicht

In dieser Lehrveranstaltung besteht nach Prüfungsordnung eine Anwesenheitspflicht. Die Anwesenheit an einer Lehrveranstaltung ist noch zu bestätigen, wenn die oder der Studierende bis zu zwei Einzelveranstaltungen, höchstens aber vier Veranstaltungsstunden im Semester, versäumt hat. In begründeten Einzelfällen können Ausnahmen zugelassen werden.

Empfohlene Literatur

de Ste. Croix, G.E.M., "Why Were the Early Christians Persecuted?", in: Past & Present 26 (1963), 6-38.
Kinzig, Wolfram, Christenverfolgung in der Antike, München 2019.
Leppin, Hartmut, Die frühen Christen. Von den Anfängen bis Konstantin, München 2019.
Meier, Mischa, Die neronische Christenverfolgung und ihre Kontexte, Heidelberg 2021.
Piepenbrink, Karen, Antike und Christentum, Darmstadt 2007.

Inhalt

Die Verfolgung christlicher Gemeinschaften in den ersten drei Jahrhunderten n. Chr. ist ein konstitutives Element christlicher Identität. Die frühe Märtyrerverehrung stärkte nicht nur den inneren Zusammenhalt der noch marginalisierten Gruppen, sondern prägte das Selbstverständnis der Religion entscheidend mit. Im Zentrum des Seminars stehen drei markante Verfolgungsphasen im Römischen Reich: Kaiser Nero gilt als erster großer Christenverfolgung, denn nach dem Brand Roms 64 n. Chr. lam es zur ersten systematischen Gewaltanwendung gegen Christen, denen man die Schuld an der Katastrophe zuschrieb. In der Mitte des 3. Jahrhunderts initiierte Kaiser Decius ein reichsweites Opfergebot, dem sich Christen aus religiöser Überzeugung verweigerten – und so als staatsfeindlich galten. Unter Diokletian und seinen Mitkaisern schließlich erreichte die Christenverfolgung einen letzten, besonders brutalen Höhepunkt. Erst mit der Hinwendung Konstantins zum Christentum und der Übernahme der christlichen Weltanschauung von breiteren gesellschaftlichen Schichten im Verlauf des 4. Jahrhunderts verschob sich die Position der Christen grundlegend – aus den Verfolgten wurden einflussreiche gesellschaftliche Akteure.
Die Quellensituation stellt die Forschung vor besondere Herausforderungen: Zeitgenössische pagane, d.h. nicht-christliche, Texte sind oft knapp und lassen nur begrenzt Rückschlüsse auf Motive oder konkrete Abläufe der Verfolgungen zu. Dagegen bieten christliche Überlieferungen – etwa Märtyrerakten oder Apologien – detaillierte, jedoch stark ideologisch geprägte Darstellungen, die häufig in ein heilsgeschichtliches Deutungsraster eingebettet sind. Ziel des Seminars ist es daher, die Christenverfolgungen unter kritischer Analyse eines vielfältigen Quellenkorpus zu rekonstruieren. Dieser umfasst unter anderem die Märtyrerliteratur, Apologien (z. B. Tertullian, Laktanz), die „Kirchengeschichte“ des Eusebius von Caesarea sowie ausgewählte pagane Zeugnisse.
Wesentliches Ziel des Proseminars ist es, am Beispiel eines zentralen Forschungsthemas zur Epoche in die spezifischen Arbeitsmethoden im Umgang mit den Quellen und Forschungsdiskursen der Alten Geschichte einzuführen. Der propädeutische Teil (Quellenkritik, Archäologie, Epigraphik, Numismatik, Papyrologie) nimmt deshalb breiten Raum in der Veranstaltung ein. Zu den Anforderungen gehören die gründliche Vor- und Nachbereitung sowie aktive Teilnahme an den Sitzungen des Seminars und des begleitenden Tutoriums, die Erledigung diverser Aufgaben (insbes. Lektüre und bibliographische Übung), das Halten eines wissenschaftlichen Fachvortrages (Studienleistung) und die Anfertigung einer wissenschaftlichen Hausarbeit (Prüfungsleistung).

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
28.10.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
30.10.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.11.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.11.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
18.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.11.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
25.11.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
27.11.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
02.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.12.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
09.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.12.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
16.12.2025 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
18.12.2025 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
08.01.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
15.01.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
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22.01.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
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27.01.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
1141 - Philosophisches Seminargebäude
29.01.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
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03.02.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
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05.02.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
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10.02.2026 (Dienstag) 10:15 - 11:45 00 421 P7
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12.02.2026 (Donnerstag) 19:15 - 20:00 00 421 P7
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