Andreas Lutsch M.A.
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Andreas Lutsch, geboren 1984 in Landstuhl, studierte von Oktober 2004 bis Oktober 2009 als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Mittlere und Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der University of Glasgow. Von Dezember 2007 bis Oktober 2009 war er studentische Hilfskraft in der Neuesten Geschichte des Historischen Seminars der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit November 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Neueste Geschichte. Als DAAD-Stipendiat forschte er im Rahmen seines Dissertationsprojekts im Februar und März 2012 in den USA sowie im April 2012 in Großbritannien.
Im Juni 2012 nahm er teil am internationalen Nuclear Boot Camp des Nuclear Proliferation International History Project (NPIHP) des Woodrow Wilson International Center for Scholars, Washington DC.
Er ist Mitglied im Project on Nuclear Issues (PONI) des Center for Strategic and International Studies, Washington DC.
Andreas Lutsch ist Vorstandsmitglied der Stresemann-Gesellschaft und organisierte in dieser Funktion die Stresemann-Werkstatt 2010 und die Stresemann-Werkstatt 2012, die als mehrtägige Tagungen für Nachwuchswissenschaftler im Stresemann-Saal der Staatskanzlei von Rheinland-Pfalz stattfanden.
Dissertationsprojekt
Souveränitätsorientierung und Selbstbeschränkungswille. Deutsche Sicherheitspolitik zwischen Atomwaffensperrvertrag und NATO-Doppelbeschluss
In der Dissertation wird die nukleare Komponente der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland von der Kontroverse um den Atomwaffensperrvertrag bis zum NATO-Doppelbeschluss (1961-1979) untersucht. Zum einen fokussiert die Arbeit die Geschichte der Einfassung des faktischen und des völkerrechtlichen Status der Bundesrepublik in Bezug auf Kernwaffen und den Prozess der Artikulation und Umsetzung deutscher Interessen in Bezug auf die westliche Nuklearstrategie und die auf Kernwaffen bezogene Rüstungskontrolle. Zum anderen thematisiert die Arbeit Kontinuität und Wandel im deutschen regierungsamtlichen Selbstverständnis im Bereich der nuklearen Sicherheitspolitik und speziell, wie sich das amtliche Selbstverständnis sowohl im Bereich der öffentlichen Argumentation der Bundesregierung, als auch in ihrer operativen Sicherheitspolitik abbildete. Die Dissertation konzentriert sich auf die politisch-diplomatisch-militärische Sphäre und damit auf die Akteursgruppe der politischen Entscheidungsträger und der administrativen Eliten. Neben gedruckt vorliegenden Quellen basiert die Arbeit auf den Ergebnissen multiarchivalischer Recherchen in Belgien, in der Bundesrepublik Deutschland, in Großbritannien und in den USA.
Mit dieser Anlage der Arbeit korrespondiert die Fragestellung:
1. Welche Rolle spielte die nukleare Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland im Prozess der politischen Ost-West-Konkurrenz? Welchen Positionen war Bonn dabei verpflichtet und welche Interessen sollten umgesetzt werden?
2. Wie veränderte sich die öffentliche Argumentation der Bundesregierung im Bereich der nuklearen Sicherheitspolitik, die einer spezifischen öffentlichen Selbstinszenierung dienen sollte und welche Rolle spielte dabei der nicht-nukleare Status der Bundesrepublik?
An English version of the dissertation outline can be found here
Aufsätze
zus. mit David Schumann, Maastricht 1992 – Europäischer »Staatenverbund« auf dem Weg zum Bundesstaat?, in: Andreas Rödder/ Wolfgang Elz (Hg.), Deutschland in der Welt. Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Göttingen 2010, S. 113-130.
Souveränität im Atomzeitalter? Die nukleare Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland zwischen Atomwaffensperrvertrag und NATO-Doppelbeschluss, in: newsletter des Arbeitskreises Militärgeschichte 16, 2 (2011), S. 4-7.
Rezensionen
für Das Historisch-Politische Buch
Lehrveranstaltungen
SS 2013
-
Übung: Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft
WS 2012/13
- Proseminar: Der Weg in den Ersten Weltkrieg
WS 2011/2012
- Proseminare: Die Ära Schmidt 1974-1982 (Kurs A & B)
WS 2010/2011
- Hauptseminar zus. mit Prof. Dr. Andreas Rödder: Auf Leben und Tod? Die Kontroverse um die atomaren Mittelstreckenwaffen 1977-1989
- Proseminar: Die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland in der Ära der Entspannungspolitik (1962-1979)
SS 2010
- Übung: Grundlagen, Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft