Übung: "Hitler ist tot, aber ich lebe noch" – Zeitzeugenerinnerung an den Nationalsozialismus

Dozent

Marc Philipp

Angaben

Übung, 2 SWS
Zeit und Ort: Do, 14:00 - 15:30, PR 00 - 518
Beginn: 18. April 2008
Anmeldung: In den Anmeldewochen vom 11.-15. Februar und 7.-11. April 2008 im Sekretariat der Abt. IV, R 00-621.

Inhalt

2005 ist auf vielfältige Weise dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Untergang des „Dritten Reiches“ gedacht worden, ohne dass dabei in hinreichendem Maße die Erinnerungen jener Menschen berücksichtigt worden wären, die die Jahre 1933 bis 1945 bewusst miterlebt haben. In der Übung soll es nach einer kurzen Einführung in die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses um die Frage gehen, wie Zeitzeugen sich heute, über 60 Jahre nach dem Kriegsende an zentrale Aspekte der Geschichte des „Dritten Reiches“ zurückerinnern, zum Beispiel wie sie die Person Hitlers bewerten, welche Erinnerungen sie an das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 besitzen oder in welcher Form sie über das massenhafte Sterben an der Front und in der Heimat berichten. Als Grundlage dienen dabei ausgewählte Zeitzeugeninterviews, die vom ZDF im Rahmen von TV-Dokumentationen wie „Hitlers Helfer“, „Die große Flucht“ oder „Sie wollten Hitler töten“ aufgezeichnet worden sind.

Literatur

Harald Welzer: Das kommunikative Gedächtnis. Eine Theorie der Erinnerung, München 2005.
Hans Joachim Schröder: Die gestohlenen Jahre. Erzählgeschichten und Geschichtserzählung im Interview: Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht ehemaliger Mannschaftssoldaten, Tübingen 1992 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Bd. 37), S. 227-255, 498-623.
Helmut Schnatz: Tiefflieger über Dresden?:Legenden und Wirklichkeit, Köln; Weimar; Wien 2000.