Ann-Katrin Gembries

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Ann-Katrin Gembries M.A. wurde 1982 in Siegen geboren. Von 2003-2009 studierte sie im Rahmen des deutsch-französischen Integrierten Studienganges Mittlere und Neuere Geschichte, Philosophie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der Université de Bourgogne, Dijon.
Seit 2011 promoviert sie bei Prof. Dr. Andreas Rödder.
Von Juli bis November 2011 war sie Stipendiatin am Deutschen Historischen Institut in Paris.
Als Mitglied des Deutsch-Französischen Doktorandenkollegs Mainz-Dijon verbrachte sie mit einem Mobilitätsstipendium der Deutsch Französischen Hochschule 18 Monate an der Université de Bourgogne.
Ihr Dissertationsprojekt wurde 2013-1014 von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.
Seit Oktober 2014 ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-geförderten Projekt „Historische Wertewandelsforschung“ am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität tätig.

Dissertationsprojekt

Wertediskurse über Geburtenkontrolle in Frankreich und Deutschland 1919-2001

In einer vergleichenden Längsschnittstudie untersuche ich die in Frankreich und
Deutschland seit dem Ende des Ersten Weltkrieges immer wiederkehrenden öffentlichen Debatten über Empfängnisverhütung, Abtreibung und Sterilisation als Schauplätze und Indikatoren gesellschaftlichen Wertewandels.
Anhand von Parlamentsdebatten, Gesetzestexten, Publikationen von gesellschaftlichen Akteuren (Parteien, Kirchen, Ärzteverbänden, feministischen und anderen Organisationen) sowie Beiträgen aus Presse, Rundfunk und Fernsehen werden französische und deutsche Wertediskurse über Geburtenkontrolle rekonstruiert, auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten hin überprüft und in ihrem historischen Entwicklungsverlauf erfasst.
Allerdings sollen diese Wertediskurse nicht isoliert betrachtet, sondern in ihrem Verhältnis zu den sich am Diskurs beteiligenden Akteuren, zur Praxis der Geburtenkontrolle, zu gesellschaftlichen Institutionen (z.B. gesetzliche Regelungen) und zur politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Gesamtsituation untersucht werden.
Hierbei soll die Verknüpfung einer synchronen mit einer diachronen Untersuchungsperspektive ein besseres Verständnis vom Wertewandel als Teilaspekt der umfassenden gesellschaftlichen Transformationsprozesse innerhalb der industriegesellschaftlichen Moderne und Postmoderne ermöglichen.

Publikationen

Von der Fortpflanzungspflicht zum Recht auf Abtreibung. Werte und Wertewandel im Spiegel französischer Parlamentsdebatten über Geburtenkontrolle 1920-1974, in: Dietz, Bernhard/Neumaier, Christopher/Rödder, Andreas (Hg.), Gab es den Wertewandel? Neue Forschungen zum gesellschaftlich-kulturellen Wandel seit den 1960er Jahren, München 2014, S. 304-334.

Rezension für Perspectiva: M.-B. Vincent, A. Lattard, S. Kott, Histoire de la société allemande au XXe siècle, in: Francia-Recensio, 08/2012, Online-Publikation auf www.perspectiva.net

Poster

Ausgestellt auf dem Deutschen Historikertag in Mainz 2012