Dr. Lisa Klewitz

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Akademischer Lebenslauf

2005-2010
Studium der Fächer Geschichte und Französisch, Lehramt Gymnasium, an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und der Université François Rabelais in Tours (Frankreich)

2010
Erstes Staatsexamen

2010-2014
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Arbeitsbereich Neuere Geschichte Promotion zum Thema „Die Umsetzung der napoleonischen Sozialgesetzgebung in den Départements rhénans“ (Arbeitstitel)

2012
Stipendiatin der Sibylle-Kalkhof-Rose-Stiftung

2014
Abschluss des Promotionsverfahrens

Forschungsschwerpunkte

• Geschichte Frankreichs in der Frühen Neuzeit
• Das Rheinland unter französischer Herrschaft (1794-1814)
• Regionalgeschichte
• Stadtgeschichte

Dissertationsprojekt

Norm und Praktiken der Armenfürsorge im französischen Neuss (1794-1814)

Administrative Maßnahmen des französischen Staates …
Im Herbst des Jahres 1794 eroberten französische Revolutionstruppen die Rheinlande. Damit begann eine zwanzigjährige Besatzungszeit, eine Zeit der Umbrüche. Nicht nur Justiz und Verwaltung wurden umgestaltet. Auch der Bereich der Sozialfürsorge erfuhr einen grundlegenden Wandel. Im Zuge der französischen Revolution war die französische Armenfürsorge zwei staatlichen Institutionen unterstellt worden: dem bureau de bienfaisance und der commission administrative des hospices civils. Diese Institutionen übernahmen die Verwaltung und die Verteilung der finanziellen Mittel der Almosenkassen, beziehungsweise die Leitung der Hospitäler. Vor dem Einzug der Franzosen in die Stadt lag die Armenfürsorge im stark katholisch geprägten Neuss noch überwiegend in der Hand der Stifte und Klöster, die im Zuge der Säkularisation von 1802 aufgelöst wurden und somit die Aufgaben der Armenfürsorge nicht mehr ausführen konnten.

Meine bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass deshalb die Einführung der staatlichen Institutionen in Neuss mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war. Auf städtischer Ebene gab es keine zentrale Armenfürsorgeeinrichtung, die übernommen werden konnte. Vielmehr mussten die Mitglieder der neu gegründeten Institutionen die vor Ort vorhandenen finanziellen Mittel zusammenführen, um sie effizient einsetzen zu können.

Leitfragen dabei sind: Wie erfolgreich gelang die Umstellung des Fürsorgesystems? Wen erreichten die Gelder? Wie groß war der Empfängerkreis der Almosen? Inwiefern veränderte er sich in den Jahren der Besatzung? Inwieweit blieb das System nach der Rückeroberung der Rheinlande durch die Preußen bestehen?

… und die Folgen für die Bevölkerung im Rheinland
Im Fokus dieses Teils der Untersuchung stehen die Selbsthilfenetzwerke und Selbsthilfestrategien der Bedürftigen. Selbsthilfenetzwerke konnten in Familienbeziehungen, Arbeitsbeziehungen oder Nachbarschaftsbeziehungen existieren. Zusammengenommen ergaben diese Netzwerke das Sozialkapital, bestehend aus sozialen Beziehungen, die sich teilweise gegenseitig ersetzen, ansonsten ergänzen und überlagern können. Verallgemeinernd kann man das Sozialkapital eines Bedürftigen, der Mitglied in solchen Netzwerken ist, als die Summe der angesammelten Chancen definieren, Personen mit Fähigkeit zur Hilfe in schwierigen Zeiten zu mobilisieren. In der Theorie ist soziales Kapital immateriell, kann sozusagen grenzenlos vermehrt werden. Aber welche Grenzen waren den Bedürftigen in der Realität gesetzt?

Ein Selbsthilfenetzwerk kann auch innerhalb einer Kirchengemeinde bestehen. Es ist zu vermuten, dass die Kirche sich nach der Einrichtung der staatlichen Kommissionen nicht widerstandslos aus der Armenpflege zurückzog. Doch welche Möglichkeiten blieben der Kirche, Bedürftigen zu helfen?

Betreuer: Matthias Schnettger

Mitgliedschaften und Aktivitäten

Forum Junge Kulturwissenschaften
• Deutsch-Französisches Doktorandenkolleg „Konfigurationen im Wandel: Austausch, Variation, Identität“
• Assoziiertes Mitglied der Doktorandengruppe „Prozesse politischer Integration (18.-20. Jahrhundert)“

Publikationen

Aufsätze

"Ich gelobe dem Kaiserreich Gehorsam und dem Kaiser Treue" - Die Verstaatlichung der Armenfürsorge im französischen Neuss. In: Novaesium. Neusser Jahrbuch für Kunst, Kultur und Geschichte 2010, S. 67-86.

Rezensionen

Lisa Klewitz: Rezension von: Claus Veltmann / Jochen Birkenmeier (Hgg.): Kinder, Krätze, Karitas. Waisenhäuser in der Frühen Neuzeit. Katalog zur Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen vom 17. Mai 2009 bis 4. Oktober 2009, Halle: Verlag der Franckeschen Stiftungen zu Halle 2009, in: sehepunkte 11 (2011), Nr. 11 [15.11.2011], URL: http://www.sehepunkte.de/2011/11/16475.html

Lisa Klewitz: Rezension von: Alexander Wagner: "Gleicherweiß als wasser das feuer, also verlösche almuse die sünd". Frühneuzeitliche Fürsorge- und Bettelgesetzgebung der geistlichen Kurfürstentümer Köln und Trier, Berlin: Duncker & Humblot 2011, in: sehepunkte 12 (2012), Nr. 7/8 [15.07.2012], URL: http://www.sehepunkte.de/2012/07/21329.html

Lisa Klewitz: Rezension von: Jürgen Wilhelm (Hg.): Napoleon am Rhein. Wirkung und Erinnerung einer Epoche, Köln: Greven-Verlag 2012, in: sehepunkte 13 (2013), Nr. 3 [15.03.2013], URL: http://www.sehepunkte.de/2013/03/22537.html

Lisa Klewitz: Rezension zu: Greiling, Werner: Das „Sündenregister der Franzosen in Teutschland“. Antifranzösische Propaganda im Zeitalter der Befreiungskriege. Leipzig 2012, in: H-Soz-u-Kult, 19.09.2013, URL: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2013-3-168