Reviewing Gutenberg. Historische Kontexte und Rezeptionen

 

Tagung am Freitag, 23. Februar 2018, und Samstag, 24. Februar 2018

Ort: Gutenberg-Museum Mainz, Liebfrauenplatz 5, 55116 Mainz

Veranstalter: Der Arbeitsbereich Mittlere und Neuere Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Univeristät Mainz und das Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V.

Tagungsleitung: Prof. Dr. Michael Matheus, Dr. Heidrun Ochs, Dr. Regina Schäfer, Dr. Kai-Michael Sprenger

Kontakt und Anmeldung: Vergleichende Landesgeschichte (Historisches Seminar, JGU Mainz) | Telefon: 06131 3924462 | eMail: Landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de

 

In diesem Jahr gedenkt die Stadt Mainz des 550. Todestages von Johannes Gutenberg. Das ist für uns Anlass und Gelegenheit, unser Wissen über Gutenberg erneut in den Blick zu nehmen. Im Jahr 2000 – dem angenommenen 600. Geburtstags Johannes Gutenbergs – feierte die Stadt Mainz ihren Sohn, den „Man oft the Millennium“, mit einem großen Jubiläum. In diesem Zusammenhang entstanden zahlreiche neuere Arbeiten zu Johannes Gutenberg, seiner Person, aber auch zu seinem Umfeld. Diese Forschungen möchten wir nochmals bündeln, Revue passieren lassen und ebenso unser Wissen über Gutenberg erneut hinterfragen, überprüfen und erweitern.

Johannes Gutenberg ist ein „Bekannter Unbekannter“ (Sabina Wagner). Die Quellen, die über seine Person Auskunft geben, sind im Großen und Ganzen seit langem bekannt und vielfach ausgewertet worden. Neue Erkenntnisse liefern deshalb vielmehr Forschungen zu seinen „Lebenswelten“, die eine präzisere Einordnung und Charakterisierung Gutenbergs ermöglichen. Wer bzw. was war Gutenberg, mit dem die Erfindung der Buchdruckerkunst verknüpft ist? Was wissen wir genau über seine Familie, seinen Wohnort, sein Umfeld, seine finanzielle und geschäftliche Situation? Welche Bedingungen seines Lebensumfeldes könnten seine Tätigkeiten mitbestimmt und seine Erfindung(en) beeinflusst, befördert oder auch behindert haben?

Im öffentlichen Umgang mit Johannes Gutenberg wird weniger seiner Person als überwiegend seiner Erfindung gedacht. Dabei erfährt Gutenberg sehr unterschiedliche Zuschreibungen – er gilt etwa als Bürger oder Patrizier, als Erfinder oder Künstler –, und die Beurteilung seiner Erfindung changiert zwischen Kontinuität und Revolution. Dabei ist nicht nur über die Deutung zu diskutieren, sondern vielmehr die jeweilige Zeit selbst in den Blick zu nehmen. Wie wurden und werden der Erfinder und seine Erfindung von den Zeitgenossen der nachfolgenden Jahrhunderte wahrgenommen und/oder instrumentalisiert? Wie bestimmten die Erinnerungskultur und das Orientierungsbedürfnis der jeweiligen Epoche das Bild Gutenbergs und der Erfindung der Buchdruckerkunst?

 

Tagungsprogramm

Freitag, 23. Februar 2018

10.00 Uhr Begrüßung & Einführung
10.30 Uhr Johannes Gutenberg & das Geld. Zu Einkommensgrundlagen und Finanzierungsmöglichkeiten Mainzer Patrizier – Heidrun Ochs
11.15 Uhr Wo wohnte Gutenberg? Neue Überlegungen zu einer alten Frage – Wolfgang Dobras
12.00 Uhr Mittagspause
14.00 Uhr Bildungsaufbruch am Mittelrhein. Johannes Gutenberg und die Gründungsversuche einer Universität in Mainz – Michael Matheus
14.45 Uhr

 Namen zur Zeit Gutenbergs – Rudolf Steffens

15.30 Uhr  Kaffeepause
16.00 Uhr Eberhard Windeck als Zeitgenosse Gutenbergs – Joachim Schneider
16.45 Uhr Rudolf von Rüdesheim als Zeitgenosse Gutenbergs – John Jefferson
17.30 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Öffentlicher Abendvortrag: Von Mainz in „alle Welt“. Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst durch Gutenbergs Gesellen durch die deutschen Lande, die Schweiz, Italien und Frankreich – Stephan Füssel

Samstag, 24. Februar 2018

9.00 Uhr Luxusproduktion in Mainz zur Zeit Gutenbergs. Handwerker und Auftraggeber – Regina Schäfer
9.45 Uhr Die Gensfleisch und Bingen. Beispiele für zwischenstädtische Beziehungen in den Lebenswelten Gutenbergs – Raoul Hippchen
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Gutenberg-Rezeptionen im Wandel. Schulbücher, Geschichtskultur und historisches Lernen – Meike Hensel-Grobe
11.45 Uhr Der "Tempel der Letter". Zu einem gescheiterten Turmbauprojekt für Gutenberg in Mainz zur Zeit der Weimarer Republik – Kai-Michael Sprenger
12.30 Uhr Imbiss
13.00 Uhr Das Gutenberg-Jahr 1968 (500. Todestag) im Spiegel lokaler Quellen. Ein Beitrag zur Gutenberg-Rezeption – Hans Berkessel
13.45 Uhr Abschlussdiskussion
14.15 Uhr Ende der Tagung