Martin Marko Vučetić, M.A.



Dienstzimmer: Staudinger Weg 9, Raum 02-334

Sprechstunde nach Vereinbarung

E-Mail: vucetic@uni-mainz.de


Lebenslauf:

1982: Geboren in Wiesbaden.

2002-2009: Studium der Byzantinistik, Mittleren und Neueren Geschichte sowie der Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, mit Auslandsaufenthalten an der University of Glasgow (2005-2006) und an der Universität Wien (2007)

2004-2009: Studentische Hilfskraft am Historischen Seminar, Abteilung Byzantinistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2008: Preis der „Dr. Ewald Hibbeln-Stiftung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz für die Hauptseminararbeit zum Thema „Die Schlacht von Myriokephalon (1176) und der Anredestreit zwischen Manuel I. Komnenos und Friedrich I. Barbarossa“

2008-2009: Förderstipendium der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zur Anfertigung der Magisterarbeit

März 2009: Magister Artium; Thema der Magisterarbeit: „Begegnungen byzantinischer Kaiser mit auswärtigen Herrschern im Zeitraum von 610 bis 1204“

seit Mai 2009: wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik und Doktorand am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der WWU Münster

2009 - 2012: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Seit 1.11.2012: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar, Arbeitsbereich Byzantinistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms 1630 "Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter. Zur Archäologie und Geschichte regionaler und überregionaler Verkehrssysteme" mit dem Projekt "Byzantinische Hafenverwaltung (7.-11. Jh.)".

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

- mittelbyzantinische Zeit
- byzantinische Diplomatie
- Symbolische Kommunikation in Byzanz


Dissertationsprojekt - Begegnungen byzantinischer Kaiser mit auswärtigen Herrschern (395–1453):

Neben dem Gesandtenaustausch waren unmittelbare Begegnungen zwischen zwei oder mehreren Herrschern ein gängiges Mittel mittelalterlicher Diplomatie. Dies gilt auch für das byzantinische Reich, wo der Kaiser über die gesamte byzantinische Epoche hinweg immer wieder auf auswärtige Potentaten traf. Während Herrschertreffen des westlichen Mittelalters schon mehrfach Gegenstand eingehender Untersuchungen waren, wurde Zusammenkünften mit byzantinischer Beteiligung bislang nur partiell Beachtung geschenkt.

Ziel des Promotionsprojektes ist es daher, diese Forschungslücke zu schließen und mit Herrscherbegegnungen ein wichtiges Mittel byzantinischer Diplomatie umfassend zu untersuchen.

Das Religiöse spielte bei derlei Ereignissen eine wichtige Rolle. Nicht nur umgab den byzantinischen Kaiser als sakralen Herrscher ohnehin eine religiöse Aura, sondern auch in der Gestaltung der Begegnungen spielten religiöse Elemente eine entscheidende Rolle: Bei den Schilderungen von Besuchen auswärtiger christlicher Herrscher in Konstantinopel werden immer wieder Kirchenbesuche erwähnt, sei es zum gemeinsamen Gottesdienst, sei es als eine Art „Sightseeing“, bei welchem dem Gast wertvolle Reliquien gezeigt wurden. Eine ganze Reihe von Besuchen nicht-christlicher Herrscher enthielt als entscheidendes Element die Taufe des Gastes. Eine unterschiedliche Religion zwischen den sich treffenden Herrschern konnte aber auch zu diplomatischen Verwerfungen führen. Begegnungen zwischen byzantinischen Kaisern und auswärtigen Herrschern waren folglich keineswegs rein weltliche Ereignisse, sondern immer auch religiös durchdrungen, wie denn generell in Byzanz nicht leicht das „Weltlichen“ vom „Religiösen“ zu scheiden ist.

Das Dissertationsprojekt ist zweigeteilt. Zum einen werden Regesten der Begegnungen angefertigt, zum anderen werden die Zusammenkünfte, auf den Regesten basierend, ausgewertet. Diese Auswertung konzentriert sich insbesondere auf folgende Aspekte:

die Quellen der Begegnungen:
Herrscherbegegnungen sind uns im Wesentlichen durch schriftliche Quellen überliefert. Als  wesentliche Textgattung ist hierbei die Historiographie zu nennen. Die byzantinische Geschichtsschreibung war über weite Strecken in hohem Maße antiken und spätantiken Vorbildern verpflichtet. Daher ist bei jedem Zeugnis nicht nur zu überlegen, welche Intention der Autor verfolgte, sondern auch inwieweit sich der byzantinische Autor auf antike, spätantike, aber auch biblische Vorbilder stützte, wo also der Bericht der Begegnung auf einem Spektrum zwischen „Fakten“ und „Fiktionen“ zu verorten ist.

der Ablauf der Begegnungen:
Herrscherbegegnungen setzten sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Viele dieser Bausteine begegnen in großer Regelmäßigkeit. Dies betrifft Elemente der Begrüßung, des Unterhaltungsprogramms bei Besuchen in Konstantinopel, des Austauschs von Geschenken, der Verabschiedung etc. Dabei ist zu untersuchen, wie sich der Verlauf der Begegnungen mit der Zeit wandelte, auf welche Bausteine verzichtet wurde und welche Elemente im Gegenzug neu eingeführt wurden.

Kategorien der Begegnungen:
Begegnungen zwischen byzantinischen Kaisern und auswärtigen Herrschern zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus. Dies betrifft nicht nur den Ablauf, sondern etwa auch den Ort und die Umstände der Zusammenkunft. Es soll daher versucht werden, verschiedene Kategorien von Begegnungen und ihre Spezifika aufzuweisen.

Tagungsorganisation:

gemeinsam mit Michael Grünbart und Lutz Rickelt: Internationale Tagung „Zwei Sonnen am Goldenen Horn? Kaiserliche und patriarchale Macht im byzantinischen Mittelalter“, Münster, 03.–05. November 2010.

Vorträge:

Begegnungen byzantinischer Kaiser mit auswärtigen Herrschern in mittelbyzantinischer Zeit (610–1204) (Byzantinistisch-mediävistisches Kolloquium, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 28. Mai 2009)

Eskalierende Konflikte. Gewalt byzantinischer Kaiser gegen konstantinopolitanische Patriarchen im achten Jahrhundert (Tagung: „Zwei Sonnen am Goldenen Horn? Kaiserliche und patriarchale Macht im byzantinischen Mittelalter“, Münster, 03.–05. Nov. 2010)

Begegnungen zwischen byzantinischen Kaisern und auswärtigen Herrschern (Tagung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung byzantinistischer Studien, Leipzig, 24.–26. Feb. 2011)

Occasions and Functions of the Meetings of Byzantine Emperors with Foreign Rulers in the Age of the Early Crusades (1095–1204) (Workshop „The Crusades, Islam and Byzantium: An Interdisciplinary Workshop and Conference”, Deutsches Historisches Institut, London, 08.–09. Juli 2011)

Publikationen
Zum Inhalt der Seite springen Zur Navigation der Seite springen