Projekte im Bereich von Studium und Lehre

1. Didaktische Weiterentwicklung

Die Weiterentwicklung der Studiengänge, der Ausgestaltung der Lehrveranstaltungen und der Prüfungsformen (Constructive Alignment) ist Historiker/innen immer schon ein wichtiges Anliegen gewesen; dass der berühmte Methodiker Ernst Bernheim (Lehrbuch der historischen Methode und der Geschichtsphilosophie) zugleich auch einer der ersten Hochschuldidaktiker (damals: Hochschulpädagogen) war, ist nur ein Beispiel für die lange Tradition, die didaktisches Nachdenken im Fach Geschichte hat.

In diesem Sinne arbeitet auch das Historische Seminar in Mainz kontinuierlich an der Weiterentwicklung von Studium und Lehre. Im Kontext der Bologna-Studiengänge hat sich das Historische Seminar bereits zwei Mal auf ein Klausurwochenende begeben, um in Ruhe an diesen Prozessen und der eigenen Organisation zu arbeiten; das Klausurwochenende 2011 hat es in das LuSt-Magazin der JGU (Magazin für Lehre und STudium) geschafft: http://www.blogs.uni-mainz.de/lust/2012/11/18/klausurtagung_historiker/.

Auf dieser Seite wollen wir Sie darüber informieren, an welchen didaktischen Baustellen wir arbeiten; wenn Sie ähnliche Themen beschäftigen, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

2. Tag der Lehre des FB 07, 2017

Es war ganz schön viel los auf dem "Tag der Lehre" des Fachbereichs am 5. Juli 2017: Angestoßen und konzipiert von Anne Brandstetter (Ethnologie), Thorsten Hindrichs (Musikwissenschaft) und Andreas Frings (Geschichte) stellten sieben Lehrveranstaltungen und -projekte aus den historisch-kulturwissenschaftlichen Fächern des Fachbereichs ihre fachlichen Zugänge und Eindrücke aus der Lehre zu und mit migrationshistorischen Themen vor. Warum gerade "Migration(en)"? Weil es auch darum ging, auf die gesellschaftliche Relevanz der Fächer zu verweisen - mehr noch aber darauf, dass Themen, die wir für vermeintlich gegenwartsaktuell halten, historisch möglicherweise ohnehin omnipräsent und damit immer schon ein Aspekt unseres Forschens und Lehrens sind, ein Thema, an dem man zudem den Wert historisch-kulturwissenschaftlicher Differenzierung zeigen kann. Der Tag der Lehre jedenfalls war auch im Gespräch an den Tischen von so hohem Niveau, dass das Dekanat über eine Wiederholung im kommenden Jahr nachdenkt. Eine Podiumsdiskussion mit Hans-Christian Petersen (Geschichte), Heike Drotbohm (Ethnologie), Gesa zur Nieden (Musikwissenschaft) und Christine Walde (Klassische Philologie) rundete den Tag mit einer Reflexion von Lehrsituationen und Lehrentscheidungen aus fachlicher und didaktischer Perspektive ab.

Hier einige Eindrücke (die Fotos stammen von Andreas Linsenmann, dem wir dafür herzlich danken):

3. Digitale Medien als Herausforderung für die geschichtswissenschaftliche Lehre

Die Digitalisierung ist derzeit eine der größten Herausforderungen für die universitäre Lehre. Zum einen stellt sich diese Herausforderung für die Geschichtswissenschaft in besonderer Weise, da Techniken der Wissenserschließung und der Quellenkritik zu ihrem Kerngeschäft gehören und die Identität des Faches betreffen. Neue Werkzeuge und Technologien bringen neue theoretisch-methodische Probleme mit sich und verändern die für Historiker zentralen Gedächtnisinstitutionen. Zum anderen kommen Studierende heute mit völlig anderen Erfahrungen und Prägungen an die Universität. Sie nutzen digitale Medien und Ressourcen in völlig selbstverständlicher Weise, nicht selten jedoch ohne grundlegende Kompetenzen zu deren Einordnung und Bewertung. Dieser zweifachen Herausforderung steht eine fehlende fachspezifische hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung der Lehrenden gegenüber.

Deshalb hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, die Vermittlung der Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien in drei Schritten nachhaltig und zukunftsorientiert zu verbessern: Reflexion der momentanen Situation, Aus- und Weiterbildung des akademischen Mittelbaus, Entwicklung eines epochenübergreifenden Konzeptes zum Umgang mit digitalen Medien in der geschichtswissenschaftlichen Lehre am Historischen Seminar.

4. Studienangebote für internationale Studierende

Das Historische Seminar bietet in Verbindung mit anderen Disziplinen der JGU Kurse an, die sich an die besonderen Lernbedürfnisse von Austauschstudierenden richten. Die zweistündigen Kurse mit wechselnden Semesterthemen werden von zweistündigen Tutorien ergänzt, die in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens im deutschsprachigen universitären Kontext einführen.

Kontakt und nähere Informationen: Dr. Pia Nordblom.

5. Forschungsorientierte Lehrprojekte

Seit vielen Semestern bietet das Historische Seminar forschungsorientierte Lehrprojekte zu den unterschiedlichsten Themen aus allen Epochen an, um der Leistungsbereitschaft und dem Engagement und der Motivation der Studierenden entgegenzukommen und Geschichtswissenschaft über die fachlichen Bahnen etwa einer Seminararbeit hinaus vorzuführen. Der Dies Legendi des Gutenberg Lehrkollegs im Oktober 2015 bot dem Seminar gemeinsam mit den anderen Fächern des FB 07 Gelegenheit, eine Auswahl dieser Projekte einer breiteren, an Studium und Lehre interessierten Öffentlichkeit vorzustellen. Hier zunächst einige Impressionen dieser Veranstaltung:

(Fotograf: Peter Kiefer)

(Fotograf: Peter Kiefer)

(Fotograf: Peter Kiefer)

Die drei Poster des Historischen Seminars finden Sie hier:


Mehr Lehrprojekte - mit Webauftritt - finden Sie unter http://www.geschichte.uni-mainz.de/1170.php.

     

    6. Geschichte können (GLK-Projekt der Gruppe 3)

    Geschichte können. Impulse zur Professionalisierung der Hochschuldidaktik in geschichtswissenschaftlichen Proseminaren

    Verantwortlich: Dr. Andreas Frings, Dr. Christine Kleinjung, Dr. Andreas Linsenmann

    Proseminare gelten als zentrales Element im geschichtswissenschaftlichen Studium, denn sie zeichnen sich durch eine ausgeprägte Kompetenzorientierung aus: In ihnen sollen die Studierenden handwerklich-propädeutisch zum wissenschaftlichen Arbeiten befähigt werden. Der Katalog an zu vermittelnden Kompetenzen wird fortlaufend angepasst und weiterentwickelt. Hier setzt das Lehrprojekt an. Es soll Lehrenden nachhaltige Reflexions- und Wissensimpulse anbieten. Durch eine systematische Einbindung der Perspektive der Studierenden soll zudem eine Sensibilisierung der Lehrenden sowie eine bessere Vereinbarkeit der Perspektiven beider Seiten erreicht werden.  Hierzu gab es im SoSe 2012 drei Veranstaltungen, die der Reflexion und Diskussion dienen. Im WiSe 2012/13 folgte der Transfer in die Praxis, flankiert durch Formen kollegialen Austauschs und kompetenzorientierte Befragungen in den Proseminaren. Zudem gab es Befragungen zu Selbstbildern und Rollenerwartungen von Studierenden, die wiederum in die Lehrkonzepte einfließen. Vorgesehen ist, Erträge des Projekts zu publizieren.

    Studentische Mitarbeit: Jelena Menderetska, Aline Breuer

    Bericht im LuST-Magazin der JGU Mainz: Lehre auf dem Prüfstand. Geschichte können. In: LuST – Das Magazin zu Lehre und Studium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 03/2013, S. 17.

           

    Kontakt

    7. Weiterentwicklung der Studienfachberatung (LOB-Projekt, Qualitätspakt Lehre)

    Weiterentwicklung der Studienfachberatung

    Projektverantwortlicher: Dr. Andreas Frings

    Weitere Informationen zum Gesamtprojekt (LOB-Projekt) der JGU Mainz: http://www.lob.uni-mainz.de/.

    Seit Ende 2012 hat das Historische Seminar sein Angebot im Rahmen der Studienfachberatung kontinuierlich erweitert und am Bedarf der Geschichtsstudierenden in den unterschiedlichen Studienphasen und Übergangsphasen zwischen Schule, Studium und Berufseinstieg ausgerichtet. Begleitet wird die individuelle Beratung durch Informationsveranstaltungen, Mentoring-Angebote und Maßnahmen zur Berufsorientierung. Für die zweite Projektphase 2017-2020 sind weitere Schritte geplant:

    Maßnahmen (in Auswahl)

    • Etablierung von peer-to-peer-Workshops zur Prüfungsvorbereitung im ersten Studienjahr
    • Etablierung eines (außercurricularen) fachlichen Angebotes für Master-Studierende
    • Internationalisierung at-home, u.a. Begleitung und Unterstützung (internationaler) studentischer Konferenzen
    • Erweiterung der Proseminar-Tutorien durch Schreibbegleitung im Peer-Learning
    • Erweiterung des Veranstaltungsangebotes zur Berufsfeldorientierung

    Sofern Sie Anregungen haben, wenden Sie sich bitte direkt an Dr. Freia Anders.

    Ansprechpartnerin

    Dr. Freia Anders
    Büro: Philosophicum-II, 01.211
    Telefon: +49 6131 39-24117
    Mail:

    LOB-Projekt, Förderkennzeichen 01PL17055: Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL17055 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.

     

      8. Kollegiale Hospitation (ZQ-Projekt)

      Die JGU hat den rheinland-pfälzischen Exzellenzwettbewerb Lehre 2009 mit dem Konzept zur "Strategischen Ausrichtung der Lehre und Weiterentwicklung der Lehrkompetenz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz" gewonnen. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes steht ein umfassender hochschuldidaktischer Ansatz, der zunächst in den Fächern Biologie, Germanistik und Geschichte erprobt wurde. Ziel ist sowohl die Weiterentwicklung der Lehrkompetenz mithilfe hochschulfachdidaktischer Kurse als auch die Förderung des kollegialen Austauschs (sowohl disziplinär als auch interdisziplinär) über Fragen der Lehre, um der Gleichzeitigkeit von individueller und kollektiver Verantwortung für die Lehre gerecht zu werden. Das Programm erstreckte sich über 3 Semester und bestand im Wesentlichen aus folgenden Programmelementen:

      Workshops

      hochschuldidaktische Grundlagen zur Umsetzung des „Shift from Teaching to Learning“

      fachdidaktische Vertiefung in Ausrichtung an Themenwünschen der Teilnehmenden

      Disziplinäre Hospitationen

      individuelle, praktische Umsetzung der Kursinhalte

      in Zweiergruppen zu jeweils einer Sitzung pro Lehrendem Vorbesprechung, gegenseitiger Sitzungsbesuch (bei beidseitigem Einverständnis) und Nachbesprechung

      Kollegiale Praxisberatung

      Erfahrungsaustausch zur Tandem-Arbeit

      Forum für übergreifende und situationsspezifische Fragen der Lehre

      Interdisziplinäres Präsentationstraining

      Grundlagen zu Präsentationsgestaltung, Atmen, Sprechen und Körpersprache

      Vorstellung eigener Präsentation mit Videoaufzeichnung und kollegialem Feedback

      Interdisziplinäre Hospitationen

      gegenseitige Veranstaltungsbesuche in Gruppen von jeweils drei Lehrenden mit anschließender Rückmeldung an den Dozierenden

      Zur Qualitätssicherung werden die einzelnen Elemente regelmäßig evaluiert. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ZQ.