Modul 6 | Exkursion

1. Vorbemerkung

Das Exkursionsmodul besteht aus einer Exkursion, einer Übung zur Exkursion und einer thematisch verwandten Vorlesung. Die Studierenden lernen so exemplarisch die Spiegelung historischen Geschehens im Nahraum bzw. am historischen Ort kennen. Im Rahmen des des B.A. Kernfach Geschichte erarbeiten sie eine qualifizierte historische Führung bzw. ein Referat und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse im Rahmen einer historischen Exkursion oder beteiligen sich an der Organisation der Exkursion. Im Zuge dieser Arbeit verbessern die Studierenden ihre performativen Fähigkeiten, lernen die einschlägigen Hilfsmittel kennen und schulen ihre Organisations- und Teamfähigkeit. Studierende des B.A. Beifach Geschichte nehmen lediglich an der Exkursion teil.

2. Leistungsnachweis

Das Exkursionsmodul wird in Form der für die Exkursion zu erbringenden Leistung geprüft (B.A. Kernfach Geschichte). Der Besuch der Vorlesung wird vorausgesetzt. Die Leistung "Beitrag zur Exkursion" im Rahmen der begleitenden Übung wird mit bestanden/ nicht bestanden gewertet; eine Note wird auf die Studienleistung (Referat, Exkursionsorganisation o.ä.) nicht vergeben. Studierende mit Beifach Geschichte benötigen nur einen Teilnahmeschein, fahren also mit, ohne im Vorfeld zu organisieren.

3. Organisation der Exkursion

Die Exkursion soll weitestgehend von den Studierenden selbst organisiert werden (Ablauf, Referate, Bus, Mahlzeiten etc.). Mit dem Leiter der Übung sind nur soviele Treffen wie nötig vorgesehen, um die Vorbereitungen zu koordinieren und den Studenten die Möglichkeit zur Klärung offener Fragen zu geben. Daraus ergibt sich, dass die eigentliche Exkursion in aller Regel in die 2. Semesterhälfte fallen wird. Das Exkursionsmodul wird mindestens einmal jährlich angeboten. Die Länge der Exkursion bleibt den Veranstaltern überlassen. Regulär ist an Tagesexkursionen gedacht, aber auch längere Fahrten sind möglich. Diese erfordern aber vermutlich einen höheren Eigenanteil der Lehrenden, da die Kreditpunktezahl der Studierenden nicht zur Disposition steht. Prinzipiell ist es auch möglich, bestehende Übungen mit einer Exkursion enden zu lassen und die Organisation auf die Studenten zu übertragen. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass keine Lehrveranstaltung doppelt angerechnet werden kann.

4. Finanzierung

Die Finanzierung der Exkursion erfolgt über Teilnehmerbeiträge sowie ggf. Exkursionsetats in den Abteilungen (sofern vorhanden) oder eingeworbene Drittmittel. An der Einwerbung der Drittmittel können die Studierenden beteiligt werden. Ungewöhnlich aufwendige und vermutlich teure Exkursionen sollen im Interesse der Studierenden frühzeitig als solche erkennbar gemacht werden.

5. Modellverlaufsplan

Modellhaft könnte ein Modul "Exkursion" dann so aussehen:

Woche
1 Besprechung des Exkursionszieles und der Lernziele, Verteilung der Aufgaben:
1) Exkursionsleitung
2) Organisation und Infrastruktur (Anfahrt, Verpflegung, evtl. Unterbringung, ...)
3) Referate
2 studentische Eigenarbeit
3 studentische Eigenarbeit
4 studentische Eigenarbeit
5 Zwischentreffen:
1) Klärung des Vorbereitungsstandes im Hinblick auf Anfahrt, Verpflegung usw.
2) Verständigung über den Ablauf der Exkursion: Welche Referate werden in einer Sitzung vor der Exkursion gehalten, welche während der Exkursion?Klärung des Standes der Vorarbeiten für die Referate
6 studentische Eigenarbeit
7 studentische Eigenarbeit
8 studentische Eigenarbeit
9 studentische Eigenarbeit
10 Vorbereitendes Treffen:
1) gegebenenfalls vorbereitende Referate
2) letzte Besprechung technischer Fragen
11 Exkursion
12 studentische Eigenarbeit
13/14 Nachtreffen:
1) Inhaltliche Auswertung
2) Kritik an Vorbereitung und Durchführung

6. Lektürekanon

Dieser Lektürekanon ist je nach Exkursionstyp auszuwählen, die hier angegebene Literatur daher als exemplarisch zu begreifen:

  • Heinrich Theodor Grütter: Die historische Ausstellung. In: Klaus Bergmann u.a. (Hg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik. Seelze-Velber 1997, S. 668-675;
  • Heinrich Theodor Grütter: Geschichte im Museum. In: ebenda, S. 707-714;
  • Marion Wohlleben: Denkmalpflege und Geschichte. In: ebenda, S. 714-718;
  • Bernd Hey: Exkursionen, Lehrpfade, alternative Stadterkundungen. In: ebenda, S. 727-732;
  • Andreas Urban: Geschichtsvermittlung im Museum. In: Ulrich Mayer u.a. (Hg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Taunus 2004, S. 370–388;
  • Mayer, Ulrich: Historische Orte als Lernorte. In: Ebenda, S. 389–407.