Modul 6ED | Geschichtsdidaktik

1. Modul 6ED | Geschichtsdidaktik

Im Basismodul Geschichtsdidaktik sollen sich die Studierenden mit den Voraussetzungen für das historische Lernen an den unterschiedlichen Schularten näher befassen. Dabei soll das Geschichtsbewusstsein als zentrale Kategorie der Geschichtsdidaktik näher in den Blick genommen werden. Des Weiteren geht es um den Planungsprozess und um die Reflexion von Geschichtsunterricht unter Berücksichtigung aktueller und grundlegender geschichtsdidaktischer Prämissen, wie Multiperspektivität, Gegenwartsbezug, Problemorientierung, Schülerorientierung, forschend-entdeckendes Lernen und Handlungsorientierung. Darüber hinaus werden grundsätzliche Einblicke in die Methoden- und Medienfrage gegeben, wobei hier fachspezifische Medien (z.B.: schriftliche Quellen, Bilder, Gegenstände, Lieder, Filme, Karten) und Methoden (z.B. Projektunterricht, forschendes und entdeckendes Lernen, Lernen an Stationen) für die Vermittlung historischer Themen im Vordergrund stehen. Von besonderer Bedeutung ist die Beschäftigung mit handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsformen.

2. Übung "Planung und Reflexion von Geschichtsunterricht"

Grundüberlegungen und zentrale Ziele

  • Erarbeitung von Grundüberlegungen zur Planung und Reflexion von Geschichtsunterricht (auch zur Vorbereitung der Vertiefenden Praktika)
  • Kenntnis der Grundlagenliteratur der Geschichtsdidaktik
  • Einführung in die Lehrplan- und Schulbuchanalyse (sowie die Bildungsstandards) als Grundlagen der Unterrichtsplanung
  • Kritische Betrachtung von Medien und Methoden und deren Einsetzung in einen sinnvollen Planungszusammenhang
  • Kenntnis der besonderen Bedeutung von Unterrichtsformen (problemorientiert, handlungsorientiert) für den historischen Lernprozess  

Inhalte

  • Basisinformationen
    • Grundlagenliteratur der Geschichtsdidaktik: Handbuch der Geschichtsdidaktik; Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht; Handbuch Medien im Geschichtsunterricht; Michael Sauer: Geschichte unterrichten; Hilke Günther-Arndt (Hg.): Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II
  • Grundlagen des Geschichtsunterrichts
    • Geschichtsbewusstsein (Einführung)
    • Lehrplananalyse
    • Schulbuchanalyse
    • (Bildungsstandards)
  • Planungskonzepte
    • Problemorientierung
    • Multiperspektivität
    • Gegenwartsbezug
    • forschend-entdeckendes Lernen, Spurensuche Geschichte
    • Handlungsorientierung 
  • Medien im GU (schriftliche Quellen, Bilder, Gegenstände, Filme, Karten u.a.)
  • Reflexion: Kriterien der Unterrichtsbeobachtung und Unterrichtsanalyse (auch in Bezug auf Aufgabenkataloge für Praktika)

Kommentar

In dieser Lehrveranstaltung geht es um Planung und Reflexion von Geschichtsunter­richt unter Berücksichtigung grundlegender geschichtsdidaktischer Prämissen wie Problemorientierung, Multiperspektivität, Gegenwartsbezug, Schülerorientierung, for­schend-entdeckendes Lernen und Handlungsorientierung. Außerdem werden grund­sätzliche Einblicke in die Methoden- und Medienfrage gegeben. Neben Methoden stehen fachspezifische Medien für die Vermittlung historischer Themen im Vorder­grund. Die Übung dient auch zur Vorbereitung des Orientierenden und des Vertiefenden Praktikums.  

Erfolgreiche Teilnahme

Die erfolgreiche Teilnahme an dieser Übung wird durch einen Unterrichtsentwurf nachgewiesen.

3. Proseminar "Geschichtsbewusstsein als zentrale Kategorie der Geschichtsdidaktik"

Grundüberlegung und zentrale Ziele

  • Analyse und Reflexion von Zielen, Bedingungen und Prozessen des fachbezogenen Lernens und der Geschichtsvermittlung
  • Kenntnis verschiedener theoretischer Zugänge zum Geschichtsbewusstsein
  • Geschichtsbewusstsein in seinen unterschiedlichen Formen erkennen und analysieren können
  • Kenntnis domänenspezifischer Kompetenzen und Reflexion ihrer Bedeutung für das Lernen an und durch Geschichte  

Kommentar

In dieser Lehrveranstaltung werden einzelne Aspekte des Geschichtsbewusstseins als Grundlage für den Geschichtsunterricht sowie für die Geschichtsdidaktik als Wissenschaftsdisziplin herausgearbeitet. Zunächst wird es darum gehen, theoretische und empirische Zugänge zum Geschichtsbewusstsein kennenzulernen, um an konkreten Inhalten Formen des Geschichtsbewusstseins zu analysieren und zu beurteilen. In einem weiteren Schritt geht es dann darum, die aktuelle Diskussion in der Geschichtsdidaktik im Hinblick auf eine Kompetenzorientierung aufzugreifen und weiterzu­führen.

Inhalt

Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur als Kategorien der Geschichtsdidaktik in theoretischer, empirischer und pragmatischer Sicht

  • Dimensionen (Pandel, Jeismann, Rüsen, Borries)
  • Analyseansätze
    • Empirische Ansätze
    • Ausformungen und Erscheinungsformen des Geschichtsbewusstseins: 
      • Lehrpläne und Schulbücher
      • in der historischen Forschung
      • weitere Beispiele: im Fernsehen, in Filmen, in Bildern, im Inter­net, Medien, Denkmäler, Gedenktage, hist. Inszenierungen, an historischen Lernorten etc.  

Geschichtsbewusstsein und Prozesse des historischen Lernens: Kompetenzmodelle

  • Sachkompetenz
  • Methodenkompetenz
    • Historisches Denken: Dekonstruktion – Rekonstruktion, Konstruktcharakter, Alterität, Fremdverstehen, Identität/ Alterität, Gegenwarts- und Lebensweltbezug, Methoden historischer Untersuchung
    • Gattungskompetenz
    • Interpretationskompetenz
    • Narrative Kompetenz
    • Geschichtskulturelle Kompetenz  

Abschluss

Der erfolgreiche Besuch dieses Proseminars wird durch eine Klausur nachgewiesen, die gleichzeitig die Modulprüfung bildet - und in der auch die Themen der begleitenden Vorlesung mit abgeprüft werden.

Literatur

  • Borries, Bodo von: Geschichtsbewusstsein als System von Gleichgewichten und Transformationen. In: Geschichtsbewusstsein. Psychologische Grundlagen, Entwicklungskonzepte, empirische Befunde. Hg. Jörn Rüsen. Köln u.a. 2001, 239-280.
  • Jeismann, Karl-Ernst: Geschichtsbewusstsein als zentrale Kategorie der Geschichtsdidaktik. In: Geschichtsbewusstsein und historisch-politisches Lernen. Hg. Gerhard Schneider. Pfaffenweiler 1988, 1-24.
  • Pandel, Hans-Jürgen: Dimensionen des Geschichtsbewusstseins. Ein Versuch, seine Struktur für Empirie und Pragmatik diskutierbar zu machen. In: Geschichtsdidaktik 12/1987, 130-142.
  • Pandel, Hans-Jürgen: Geschichtsunterricht nach PISA: Kompetenzen, Bildungsstandards und Kerncurricula. Schwalbach/Ts. ²2007.
  • Rüsen, Jörn: Was ist Geschichtsbewusstsein? Theoretische Überlegungen und heuristische Hinweise. In: Historische Orientierung. Über die Arbeit des Geschichtsbewusstseins sich in der Zeit zurechtzufinden. Hg. Ders. Köln u.a. 1994, 3-24.

4. Allgemeine Hinweise zur Modulprüfung

Zum Sommersemester 2010 wird das Historische Seminar in einigen Modulen der Studiengänge B.A. und B.Ed. die Modulprüfung schon vor Beendigung des letzten Modulsemesters anbieten, d.h. in der Regel gleich im Anschluss an die Lehrveranstaltung, an die die Modulprüfung gebunden ist. Diese Modifikation der ursprünglichen Pläne wurde vor allem durch die Möglichkeit, die geschichtswissenschaftlichen Studiengänge auch zum Sommersemester aufzunehmen, nötig. Sie werden im Rahmen Ihrer Lehrveranstaltungen rechtzeitig darüber informiert, ob diese Erleichterung auch Sie betrifft und Sie gegebenenfalls eine Modulprüfung frühzeitig anmelden können.