Modul 2 | Alte Geschichte

1. Allgemeine Struktur der Epochenbasismodule

Die Module 2, 3, 4 und 5 in den Studiengängen B.A. Kernfach und B.A Beifach bestehen jeweils aus einer Vorlesung, einem Proseminar und einer Übung.

Die Vorlesung hat dabei einführenden Charakter. In ihr soll den Studierenden, die zumeist mit lückenhaften historischen Grundkenntnissen ihr Studium beginnen, ein Überblick über die jeweilige Epoche geboten werden. Hier kommt es darauf an, tatsächlich die Epoche "einzufangen" und Orientierung in Raum und Zeit zu vermitteln. Das heißt selbstverständlich: Die Vorlesung kann nicht umfassend informieren, sie kann im vorgegebenen Zeitrahmen i.d.R. auch nicht die Kontroversen der Forschung vermitteln. Ergänzend zum Vorlesungsstoff ist die Lektüre einschlägiger Überblickswerke von dem Dozenten der Vorlesung verpflichtend zu machen und auch in der Modulprüfung abzuprüfen. Dabei ist der Leistungspunkteansatz für die Vorlesung zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich, die Vorlesung in Absprache mit den Dozenten der jeweiligen Epoche zu konzipieren, um eine Gleichmäßigkeit der Wissensvermittlung sicherzustellen und ggf. auch kurzfristige Vertretungen (bei Krankheit, Beurlaubung etc.) zu ermöglichen. 

Die Verantwortung für die Organisation der i.d.R. an die Vorlesung gekoppelten Modulprüfung obliegt dem Dozenten der Vorlesung. Die Modulprüfung in den Epochen-Basismodulen findet zumeist in schriftlicher Form (Klausur, E-Klausur) statt, nur im Epochen-Basismodul Mittelalter wird bis auf weiteres eine mündliche Prüfung vorgesehen, um, wie vorgeschrieben, auch diese Prüfungsform anzubieten.

Das Proseminar dient vor allem der epochenspezifischen Propädeutik und ist zu diesem Zweck an ein Thema gebunden. Entlang dieses Themas soll dann die Propädeutik entfaltet werden.

Übungen in alter, mittelalterlicher, neuer und neuester Geschichte werden im Rahmen des Bachelorstudiums in den Epochen-Basismodulen nur von den Studierenden im B.A. Kernfach und Beifach Geschichte verlangt. Die Gestaltung dieser Übungen ist den jeweiligen Übungsleitern weitgehend überlassen, doch sollen sie in geeigneter Weise dazu beitragen, den im Basismodul durch Basisvorlesung und Proseminar vermittelten Stoff zu verfestigen und exemplarisch geschichtswissenschaftliches Arbeiten und Argumentieren einzuüben. Die Übung wird bei aktiver Teilnahme, die durch eine kleine Studienleistung (i.d.R. Referat, Protokoll oder Zusammenfassung; andere kleinere Formen sind ebenfalls möglich) als "bestanden" (d.h. ohne Note) bewertet. Übungen in der alten Geschichte sind ausschließlich dem epochalen Basismodul zugeordnet und dienen der Kenntnis der althistorischen, materiellen Quellen; in den anderen Epochen sind sie i.d.R. polyvalent zu den epochalen Aufbaumodulen.

Im Studiengang B.Ed. Geschichte entfällt in allen epochengebundenen Basismodulen die Übung.

2. Allgemeine Hinweise zur Modulprüfung

Zum Sommersemester 2010 wird das Historische Seminar in einigen Modulen der Studiengänge B.A. und B.Ed. die Modulprüfung schon vor Beendigung des letzten Modulsemesters anbieten, d.h. in der Regel gleich im Anschluss an die Lehrveranstaltung, an die die Modulprüfung gebunden ist. Diese Modifikation der ursprünglichen Pläne wurde vor allem durch die Möglichkeit, die geschichtswissenschaftlichen Studiengänge auch zum Sommersemester aufzunehmen, nötig. Sie werden im Rahmen Ihrer Lehrveranstaltungen rechtzeitig darüber informiert, ob diese Erleichterung auch Sie betrifft und Sie gegebenenfalls eine Modulprüfung frühzeitig anmelden können.

3. Zentrale Lernziele des Moduls 2 | Alte Geschichte

  • Einführung in den historisch-kritischen Umgang mit epochenspezifischen Quellen
  • Einführung in die epochenspezifischen Grund- und Hilfswissenschaften (literarische Überlieferung, Epigraphik, Numismatik, Archäologie, Papyrologie, Chronologie, Historische Geographie)
  • Kenntnis der epochenspezifischen Charakteristika
  • Befähigung zum selbständigen und strukturierten wissenschaftlichen Arbeiten
  • Befähigung zu eigenständig-kritischer Urteilsfähigkeit

4. Proseminar Alte Geschichte

Zentrale Lehrinhalte und Lernziele

  1. Quellen, Quellenkunde (im weiten Sinne) und Quellenkritik
    1. Grundsätzliches zu Quellen und Literatur (Definition, Überlieferung, Quellenkritik, Quelleninterpretation)
    2. Quellensystematik: Quellenarten und Quellengattungen 
    3. Hilfsmittel (Quellenkunden, Lexika, Sprachlexika) 
    4. Editionen und Übersetzungen (gedruckt und digital)
  2. Hilfsmittel ("Handwerkszeug des Althistorikers")
    1. Lexika (u.a. RE, Kleiner Pauly, Neuer Pauly, OCD) 
    2. Prosopographische Hilfsmittel (u. a. Broughton MRR, PIR, PLRE) 
    3. Handbücher & Standardwerke (u. a. Handbuch der Altertumswissenschaft [HAW bzw. HdAW], Cambridge Ancient History [CAH], OGG, ANRW) 
    4. Atlanten (u. a. Historischer Atlas der antiken Welt. DNP-Suppl.bd. 3, Barrington Atlas of the Greek and Roman Worlds) 
    5. Zeitschriften (gedruckt und digital) f) fachspezifische Datenbanken 
  3. Historische Hilfs- und Nachbarwissenschaften 
    1. Epigraphik 
    2. Numismatik 
    3. Archäologie 
    4. Papyrologie 
    5. Chronologie 
    6. Historische Geographie 
  4. Techniken wissenschaftlicher Informationsbeschaffung, -selektion, -strukturierung 
    1. Bibliographien (fachspezifische Datenbanken, Periodika, Kataloge, "Schneeballsystem": u. a. Année Philologique [AE], Gnomon) 
    2. Verarbeitung von Informationen (u. a. Datenverwaltungsprogramme, „Zettelkasten“) 
  5. Präsentation und Vermittlung wissenschaftlicher Themen, Theorie und Praxis des Vortrags (Aufbau, Rhetorik, Medien, Tischvorlage, Handout) 
  6. Verfassen der Hausarbeit

Organisatorisches

  • Gewichtung innerhalb der Proseminare (3 SWS): ca. 60 Prozent Propädeutik / ca. 40 Prozent themenorientierte Inhalte; die Propädeutik umfasst stets die konkrete Anwendung von Arbeitstechniken und Hilfsmitteln.
  • Primäre Funktion des Tutoriums: Vertiefung der propädeutischen Inhalte bzw. Anwendung an konkreten Hausaufgaben.
  • Erstellen einer Bibliographie zu einem vorgegebenen, vom Inhalt des Proseminars unabhängigen Thema aus der Alten Geschichte (25 Titel insgesamt, davon mindestens 5 wiss. Aufsätze, 5 Artikel aus Fachlexika, 5 Rezensionen).
  • Das Referat ist ein maximal 30-35 Minuten dauernder Fachvortrag über ein eng begrenztes Thema, das unter Berücksichtigung der relevanten Quellen und Forschungsliteratur eingehend beleuchtet wird (quellenorientierte Analyse). Jede/r Studierende übernimmt ein Referatsthema. Übersteigt die Teilnehmer/innenzahl die Zahl der Referatsthemen, werden Referatsgruppen gebildet, die das Thema gemeinschaftlich vorbereiten (gemeinsame Tischvorlage, gemeinsame Präsentation). Der Vortrag wird von einer zu Beginn der Referatssitzung von der Dozentin / vom Dozenten gelosten Person aus der Gruppe präsentiert. Die Auswertung des Referates erfolgt in der Sitzung durch die Studierenden.
  • Die Hausarbeit ist i.d.R. eine wissenschaftliche Vertiefung zu einer mit der/m Dozentin/en vereinbarten speziellen Themenstellung aus dem Bereich des Referatsthemas (z. B. zentrale Quelle, spezielle Fragestellung etc.). Sie erfordert eine angemessene und kritische Berücksichtigung der Quellen und der Forschungsliteratur und sollte auf die Untersuchung der Fragestellung(en) fokussiert sein (problemorientierte Analyse statt Deskription).

5. Allgemeine Hinweise zu epochengebundenen Proseminaren

Didaktische Verschränkung der Proseminare

In ihrer Gesamtheit führen die vier geschichtswissenschaftlichen, epochengebundenen Proseminare der Bachelor-Studiengänge in das wissenschaftliche Arbeiten im Fach Geschichte ein. Sie übernehmen dabei je spezifische Aufgaben, die zusammengenommen dem Erwerb von Wissenschaftskompetenz, Methodenkompetenz, Interpretationskompetenz, Darstellungskompetenz und Gattungskompetenz dienen.

Das Proseminar Neueste Geschichte dient insbesondere der Einführung in das geschcihtswissenschaftliche Arbeiten als Wissenschaft.

Das Proseminar Mittelalterliche Geschichte hat einen quellenkritischen und hilfswissenschaftlichen Schwerpunkt.

Das Proseminar Alte Geschichte entwickelt neben den epochenspezifischen, quellenkundlichen Kenntnissen die Kompetenz des individuellen Kurzvortrags (Referat).

Das Proseminar Neuere Geschichte führt neben der Vorstellung epochenspezifischer Quellentypen in gruppenspezifische Arbeitsformen ein und rundet die bisher erworbenen Fertigkeiten integrierend ab.

Eckpunkte für die Anfertigung von schriftlichen Hausarbeiten in epochengebundenen Proseminaren

Proseminararbeiten dienen im Wesentlichen dem Einüben der im Proseminar erworbenen handwerklichen Fähigkeiten. Sie sollen den Studierenden Schritt für Schritt befähigen, eine korrekte und eigenständige wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Das Ziel des Proseminars ist die Beherrschung der epochenspezifischen propädeutischen Grundlagen, die sachgerechte und frageorientierte Analyse und Einordnung historischer Phänomene sowie die überzeugende Darstellung der gewonnenen Erkenntnisse. Die Leistungsmessung und –bewertung orientiert sich daher am erwarteten Kompetenzerwerb, der folgende zentrale Kompetenzen umfasst:

  1. Wissenschaftskompetenz (übergeordnet)
  2. Methodenkompetenz
  3. Interpretationskompetenz
  4. Darstellungskompetenz
  5. Gattungskompetenz

Die Hausarbeiten in den Proseminaren des neuen Bachelorstudienganges sollten einen Umfang von ca. 6-8 Textseiten (zzgl. Inhaltsverzeichnis, Literatur-/ Abkürzungsverzeichnis, Beilagen etc.) haben und nicht mehr als 100 – 120 Stunden Arbeitszeit insgesamt (d.h. einschließlich Literaturbeschaffung, Lesezeit, Konzeption, Ausarbeitung etc.) in Anspruch nehmen. Diese Länge entspricht einer Gesamtzeichenzahl inkl. Leerzeichen von 20.000-28.000 Zeichen.

Mit den Hausarbeiten soll überprüft werden, ob der Studierende in der Lage ist:

  • eine historische Fragestellung exakt zu formulieren,
  • die zur Beantwortung der Frage relevante Literatur zu ermitteln und sachgerecht auszuwerten,
  • die zur Verfügung stehende Literatur kritisch zu bewerten (Unterscheidung wissenschaftlicher von unwissenschaftlicher Literatur),
  • eine Antwort in einem stringent konzipierten und sprachlich wie argumentativ hinlänglichen Text zu formulieren und dabei
  • korrekt zu zitieren wie auch bibliographische Nachweise in Fußnoten zu führen.

Bei der Themenstellung muss daher dringend darauf geachtet werden, dass das Thema

  • auf 6-8 Seiten und
  • innerhalb von vier Wochen

bearbeitet werden kann.

In der Benotung wird vor allem auf Sprache, äußere Form, Aufbau, wissenschaftliche Erschließung sowie Eigenständigkeit und Urteilsfähigkeit geachtet. Für die Begutachtung der schriftlichen Hausarbeiten in Proseminaren steht ein Bewertungsschema zur Verfügung, das der Objektivierung und größeren Transparenz der Notenvergabe dient:

Hinsichtlich der immer wieder verwirrenden Vielfalt an Regeln des korrekten Zitierens haben wir zudem eine Übersicht für Sie zusammengestellt, mit der Sie zumindest in allen normalen Fällen gut arbeiten können:

6. Übungen in epochalen Basis- und Aufbaumodulen

Mit Ausnahme der Übungen in den Modulen 1, 1ED (Englische Quellenlektüre, ggf. Historische Darstellung) und 6ED (Übung Geschichtsdidaktik) dienen alle Übungen in den epochengebundenen Basis- und Aufbaumodulen vor allem der Vertiefung von für die jeweilige Epoche oder Region sinnvollen und wichtigen theoretischen oder methodischen Fertigkeiten oder thematischem Wissen. Prüfungen und Studienleistungen finden in diesen Übungen (die oben genannten Ausnahmen gelten auch hier) nicht statt. Dadurch wird Raum für freies Ausprobieren und methodisches/theoretisches Üben geschaffen, das nicht dem Druck der Note/Modulnote unterliegt. Um dennoch einen sinnvollen Nachweis über die aktive Teilnahme führen zu können, legen die Übungsleiter/innen selbst fest (und kündigen dies in der Regel im Veranstaltungskommentar und zu Beginn der Veranstaltung an), welche Formen der Vor- und Nachbereitung des Übungsstoffs sie jeweils erwarten. Das Historische Seminar hat sich unter Beteiligung von Studierendenvertretern auf eine nicht abschließende Liste an Nachweisen geeinigt. Danach sind Einzel- und Gruppenreferate, Präsentationen, Essays (höchstens 3 Seiten), Portfolios, das Anfertigen von Plakaten, Protokollen, Übersetzungen und Transkriptionen sowie das Schreiben von Zeitungsartikeln, Wikipediaartikeln und Rezensionen als Nachweis der aktiven Teilnahme denkbar. Klausuren sind in der Regel keine geeignete Form dieses Nachweises, es sei denn, dass explizit das Klausurenschreiben geübt werden soll - und die Klausur somit nicht zum Nichtbestehen der Veranstaltung führt, sofern der/die Studierende an der Klausur teilgenommen hat.